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06. Juni || von Net-Made

Hacker ist nicht Cracker – Während die Politik schlief

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Hacker sind nicht böseSpätestens seit den Angriffen auf  den Sony-Konzern, ist der Begriff “Hacker” wieder in aller Munde. Die Politik, speziell US-Regierung und Großbritannien, sehen sich bedroht. Überlegt wird die Klassifizierung von Angriffen auf Computer, Netzwerke und Server.Mit einem entsprechenden Gesetz könnten solche Attacken bald als  “kriegerische Handlung” gewertet werden. Viele Computerbesitzer sollten sich vorsorglich einen Luftschutzbunker anlegen, um Präventivmaßnahmen gegen den “Terror” zu entgehen. Hiermit wird sicherlich auch das Thema Vorratsdatenspeicherung einen neuen Aufschwung erleben.

Während ganz andere Probleme die Welt bewegen, setzt sich die Politik mit dem wirklich Wichtigen auseinander. Da meint man fast, den vereinigten Staaten sei das Kriegsspiel auf freiem Feld zu langweilig geworden. Der “Terror” kommt aus dem Netz…

Da aber nun schnelles Reagieren angebracht ist, schließt man die Lücke nicht mit geeignetem Personal für Netzwerksicherheit. Dämonisierung heißt das Schlüsselwort. So erhält der Begriff “Hacker” unter der Bevölkerung den entsprechenden Beigeschmack, um mit ausreichender Zustimmung und ganzer Härte vorgehen zu können.

Hacker kümmern sich um humanitäre Projekte

Was die Politik in Ihrem unerbittlichen Streben nach “mehr Sicherheit” vergisst, wird von der ungeliebten Hacker-Gemeinschaft angegangen. So trafen sich aktuell 70 Hacker der Initiative RHOK (Random Hacks Of Kindness) in Berlin, für einen Wettbewerb zur Entwicklung von Software für den humanitären Einsatz. Zeitgleich arbeiteten hundert andere Entwickler in Basel, Aarhus, Melbourne und Seattle am gleichen Vorhaben. „Hacken bedeutet, innovative, besonders intelligente Lösungen für besonders komplexe Probleme zu finden“, äußerte sich Anke Domscheit-Berg vom Organisationskomitee. “Cracker” ist die korrekte Bezeichnung für solche, die ohne Erlaubnis in Systeme eindringen. Leider ist eine entsprechende Unterscheidung noch nicht in die Medien vorgedrungen und so leidet die Gemeinschaft unter einem zunehmend schlechten Ruf.

RHOK arbeitet seit der Gründung 2009 an verschiedenen Projekten, die unter anderem in Form einer Versorgungsmap, für die Caritas beim Erdbeben in Japan, erfolgreich zum Einsatz kam. Inzwischen zählt aber auch der Klimaschutz zum Anliegen der Initiative. David Ownes, ein Hacker aus England, unterstützt das Projekt Wheelmap. Anhand einer interaktiven Karte, werden Rollstuhlfahrern Hindernisse und behindertengerechte Wege, sowie Einrichtungen aufgezeigt. Nicht zuletzt liegt der Erfolg von RHOK in der Fähigkeit mit anderen humanitären Einrichtungen zu kooperieren. Ein Ziel der Initiative ist es zukünftig auf privater Ebene mit der Wirtschaft zusammen zu arbeiten, um weitere Entwicklungen vorzunehmen.

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